Von Kratie nach Phnom Penh entschieden
wir uns diesmal für den Minibus. Dieser würde statt sieben Stunden
nur vier brauchen und war auch noch einen Dollar preiswerter (acht
Dollar pro Person). Doch schon am Abend zuvor kamen gewisse Zweifel
bei uns auf. Beim Buchen fragten wir dreimal, ob jeder auch wirklich
einen Sitz hat, was bejaht wurde. Aber warum wies sie uns trotzdem
daraufhin, dass vier Leute in einer Reihe sitzen?
Später in einem Restaurant, welches
auch Tickets anbot, stand ein kleiner Vermerk, dass man wenn man zu
dritt auf den drei Sitzen einer Reihe Platz nehmen möchte, man noch
für eine Person extra zahlen muss. Aha – drei Sitze und vier
Leute! Die Überlegung mit dem Extrasitz wurde uns aber schnell
abgenommen, weil der Bus schon ausgebucht bzw. voll war.
Am nächsten Tag sassen wir pünktlich
um sieben Uhr vor dem Hotel und warteten auf unsere
Mitfahrgelegenheit. Ein anderer Minibus Richtung Laos war schon da
und da das Gepäck nicht auch noch im Fahrzeug Platz hatte wurde es
irgendwie abenteuerlich aussen befestigt. Hm, nicht nur eng für uns
also auch noch gefährlich fürs Gepäck?
Dann kam unser Bus, der schon recht gut
mit Einheimischen gefüllt war. Diese schienen ohne Gepäck zu reisen
und so passten unsere Rucksäcke zum Glück ins Auto. Tatsächlich
war es auch so, dass in einer Reihe mit drei Sitzen vier Leute saßen
- dachten wir zumindest noch als wir einstiegen. Aber wir sollten
nicht die letzten sein, die hier mitfahren wollten. Wir fuhren
weitere 40 Minuten umher und es stiegen weitere Leute zu und wieder
aus... wir drehten um und sammelten noch Gepäck, Pakete, Felgen und
weitere Leute ein... die typische Art und Weise halt – chaotisch!
Aber irgendwann schien es tatsächlich
Richtung Phnom Penh zu gehen. Wie war nun die Sitzverteilung? Also
hinten gab es vier Sitzreihen mit je drei Sitzen. In jeder Reihe
saßen tatsächlich nur vier Erwachsene, was bei der Körpergröße
der Asiaten gerade noch funktioniert. Wir sassen in der letzten Reihe
(drei Europäer, ein Asiat) und mussten uns abwechselnd mit unseren
Schultern nach vorne und hinten sortieren. Über Fußfreiheit
brauchen wir gar nicht weiter reden, da es diese auch nicht gab; wir
hatten die kleinen Rucksäcke auf dem Schoss und die großen ragten
vom Kofferraum bis unter unseren Sitz hervor. Neben den erwähnten
vier Erwachsenen tummelten sich noch weitere drei oder vier Kinder
und ein Baby in den Reihen. Im Fahrerbereich gab es einen Fahrer- und
einen Beifahrersitz. Auf dem Beifahrersitz saß ein Herr, der
wiederum ein weiteres älteres Kind auf dem Schoss hatte. Als wir
dachten, jetzt geht wirklich keiner mehr rein, lehrte uns der Fahrer
eines Besseren. Eine Dame stieg hinten zu und dafür wechselte ein
Herr nach vorne, so dass sie jetzt zu zweit auf dem Fahrersitz
sassen. Der Fahrer hatte etwas Schwierigkeiten ans Lenkrad zum kommen
und wie das im Fussraum bei Gas und Bremse aussah, darüber wollten
wir gar nicht weiter nachdenken. Trotzdem war er der schnellste auf
der Strasse und schlängelte sich mit einer sportlichen
Geschwindigkeit um die Schlaglöcher und durch den Verkehr.
Nach zwei Dritteln der Strecke stiegen
dann zwei Leute und der „doppelte“ Fahrer aus, wir hatten
kurzfristig sogar unsere Reihe zu dritt. Damit's aber nicht zu
gemütlich wurde, dröhnte plötzlich laut Musik aus den
Lautsprechern. Wir machten einen Satz, weil die waren direkt links
und rechts der letzten Reihe angebracht. Nach wildem Gestikulieren
(der schon seit der Abfahrt missgelaunten dritten Ausländerin) und
dem vergeblichen Versuch, die Musik mit dem Mp3-Player zu übertönen,
hatten sie Mitleid und schalteten sie sie wieder ab; dafür sollten
wir aber wieder etwas zusammenrücken und eines der größeren Kinder
durfte zu uns hinter sitzen. Der Rest der Fahrt verlief dann ganz
entspannt bis wir gegen 12.30 Uhr das Zentrum von Phnom Penh
erreichten und alle Sardinen die Dose verliessen.
| So sieht's gar nicht schlimm aus |
| Gesund in Phnom Penh angekommen |
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